Das wäre ein Paradies für uns gewesen.“ – Ein Filmevent, das unter die Haut ging

Ein voller Saal, gespannte Stille, ein Thema, das näher rückt, als vielen lieb ist: Am 24. Februar 2026 verwandelte sich das PZ (Pädagogische Zentrum) des Rheinisch-Westfälischen Berufskollegs in ein Kino – und in einen Ort lebendiger Geschichte. Gezeigt wurde der preisgekrönte Dokumentarfilm zweier amerikanischer Filmemacher über Diktatur, Überwachung und die Mechanismen der Macht in der Deutsche Demokratische Republik: „The Spies Among Us“ (USA 2025), www.thespiesamongus.film.

Im Mittelpunkt: der Historiker und DDR-Zeitzeuge Dr. Peter Keup, seine Schwester Uta Keup und der RWB-Lehrer Harald Korff. Peter Keup war politischer Gefangener in einem Gefängnis des Ministeriums für Staatssicherheit – kurz Stasi. Der Film zeigt eindrücklich, was staatliche Überwachung mit Menschen macht: Angst, Ohnmacht, Misstrauen, Verrat – aber auch Widerstandskraft. Besonders eindringlich ist eine Szene, in der Keup auf den letzten Stasi-Chef trifft, Heinz Engelhardt. Auf die Frage, ob er seine Rolle bei der Unterdrückung und Zersetzung von Menschen bereue, folgt eine erschütternde Antwort: Nein! Mehr noch – mit den technischen Möglichkeiten von heute wäre die Überwachung für ihn „ein Paradies“ gewesen.

Im Publikum: konzentrierte Gesichter, viele nachdenkliche Blicke. Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte stellten im Anschluss kluge, kritische Fragen. Vieles war neu und überraschte, Manches machte sprachlos oder weckte Neugier. Im Gespräch mit Peter und Uta Keup wurde deutlich: Geschichte ist nicht vorbei. Sie betrifft uns – hier und jetzt.

Denn die Botschaft des Kinotages ist klar: Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit. Jeder Einzelne entscheidet mit, in welche Richtung sich eine Gesellschaft bewegt – hin zu Würde und Selbstbestimmung oder zu Kontrolle; Überwachung und Unterdrückung – gerade auch im Umgang mit unseren Daten. Peter Keup hat sich für die Freiheit entschieden. Und er fordert uns auf, es ihm gleichzutun. Die Anwesenden waren interessiert, beeindruckt, berührt, motiviert. Es folgten lange und lebendige Gespräche. Der Dokumentarfilm sollte durchaus nochmal gezeigt werden.

 

(Verfasser des Beitrags: Harald Korff)