Im Rahmen des DDR-Zeitzeuge Projekts (http://www.ddr-zeitzeuge.de/) hielt Peter Keup am 14. September an unserer Schule einen Vortrag über sein Leben und seine Erfahrungen in der DDR.

Die Klassen KE 3-1, KE 3-2 und KW 3-2 hatten Peter Keup im Rahmen ihres Deutsch- bzw. Literaturunterrichts eingeladen, damit er ihnen aus erster Hand seine Erfahrungen als DDR-Bürger vorstellt.

Peter Keup war erfolgreicher Turniertänzer und vertrat die DDR bei zahlreichen Meisterschaften in der Nationalmannschaft. Sein Wunsch war es, an Tanzturnieren im Westen teilzunehmen und dort Karriere zu machen. Den ersten Ausreiseantrag aus der DDR stellte er zusammen mit seinen Eltern und seiner Schwester bereits 1975. Die Familie kam ursprünglich aus dem Westen. Nachdem der Ausreiseantrag abgelehnt worden war und Peter Keup daraufhin schulische Nachteile zu ertragen hatte, er zweimal keine Genehmigungen für Reisen nach Ungarn und Bulgarien erhalten hatte, plante er seine Flucht über die Tschechoslowakei, in die man visumfrei einreisen konnte. Bei der Passkontrolle im Zug wurde er festgenommen. Verurteilt wegen „Republikflucht“ zu einer zehnmonatigen Haftstrafe, gelangte er im März 1982 im Rahmen des Häftlingsfreikaufs in die Bundesrepublik.

Zu diesem Vortrag, den Peter Keup sehr anschaulich und eindringlich gestaltete, kamen auch weitere interessierte Klassen mit ihren Lehrern.

Beispielhaft für das Echo, das Peter Keup mit seinem Vortrag auslöste, ist folgende Reaktion einer Schülerin:

„… auch fand ich es faszinierend, wie er versucht hat, uns die Realität zu zeigen, damit wir uns die Situation vorstellen und verstehen können. Es hat mich auch zu Tränen gerührt zu hören, als er seine Oma anrief und ihr direkt sagte, er sei frei, er sei im Westen. Da konnte ich mitfühlen, wie bedeutend das gewesen sein muss. Das war ein Moment voller Emotionen. Der Moment, endlich frei sein zu können, wofür er sein Leben riskiert hatte. Es gab Momente, in denen man erst einmal selber den „Schock“ verarbeiten musste, wie z.B. die 40 Stunden im Vernehmungsraum, ohne Essen, ohne Trinken bis zum Geständnis der Flucht. Die Vorstellung macht einen traurig und verletzt einen. Das mag man sich gar nicht ausmalen und man will es niemandem wünschen, so etwas zu erleben.“
(Jessica Siewert, KW 3-2)

(Verfasser des Originaltexts: Hans Wohler)